Ahnenritual: Dankbarbeit für das Geschenk des Lebens

Verbinde dich in diesem kraftvollen Ritual mit deinen Ahninnen und Ahnen, die dir das Geschenk des Lebens gereicht haben und lasse dein Ahnenboot zu Wasser.

Lass uns eine Reise machen in die tiefe Dankbarkeit. Beginnen wir mit deinem Körper: Ohne deinen Körper hättest du all diese Gefühle nicht, könntest all die oben beschriebenen Erfahrungen und viele weitere nicht machen. Wie all die Früchte auf dem Gabentisch ist auch dein Körper aus den Samen herangereift, die deine Vorfahren einst ausgesät haben. Sie trugen sie in sich, nährten sie, bis sie aus dem dunklen Schoß geboren wurden, hegten und pflegten sie dann und sorgten dafür, dass das Leben weiterging – »Ableger um Ableger«, bis zu der einzigartigen erblühten Pflanze oder Frucht, die DU heute bist. Dein Körper ist das Resultat aus vielen Samen, die ausgesät und versorgt wurden, und der Mensch, der du genau jetzt bist, ist ein wichtiger Teil unserer Welt. Allein das ist Grund genug, dich selbst sinnbildlich auf den Erntedank-Tisch zu legen. In genau dieser Form gäbe es dich nicht, wären nicht all die anderen Samen und Früchte vor dir gewesen. Das Leben selbst, das du in all seiner Fülle genießen und mit all deinen Sinnen in dich aufnehmen und vielleicht sogar weiterreichen kannst, ist ein Geschenk deiner Ahnen. Wie auch immer deine Verbindung zu ihnen sein mag, welche Herausforderungen, Sorgen oder Nöte sie mit sich bringen mag oder welches Schweigen zwischen euch auch herrschen mag – so ermutigen wir dich doch zumindest dazu, Dankbarkeit für das Leben selbst zu empfinden, das an dich weitergereicht wurde und wodurch du all die Wunder des Lebens erfahren kannst.

„Wäre das Wort Danke

das einzige Gebet, das du je sprichst, so würde es genügen.“

 – Meister Eckhart – 

Neben all den Dankbarkeitsritualen, die du kennst, schenken wir dir heute dieses Ahnenritual und zugleich wünschen wir dir von Herzen, dass du auch für dich, deinen Weg und deine ureigenen Entwicklungen dankbar sein kannst – als wärest du eben jene wundervolle Frucht auf dem reich gedeckten Gabentisch des Lebens.

Ritual

 – Ahnenboot – 

Deine Ahnenzeremonie

Was du benötigst

  • Ein mittelgroßes Stück trockene, abgefallene Baumrinde, auf der du und deine Ahnen symbolisch Platz finden können.
  • So viele kleine Y-förmige Zweige, wie du Ahnen mit einbeziehen magst,
  • ebenso viele kleine »Querbalken«-Zweige,
  • etwas Jute-/Baumwollschnur zum Zusammenbinden (die Quer-Zweige bilden dann mittig auf dem umgedrehten Y die Arme) und jeweils eines auch für dich selbst. Gerne stelle sie einmal auf und schneide/feile ggf. die Füße etwas ab, so dass sie Stand finden.
  • Ggf. ein wenig rötlichen Sand, Ocker oder rote Blätter (im Herbst gesammelt/ getrocknet) oder auch ein paar Blüten, Körner o.ä. als Dekoration.

Vorbereitung

Gerne stimme dich ein wenig auf deine Ahnen ein und spüre nach, wie sich diese Verbindung für dich anfühlt:

Bist du dankbar, mit deinen Ahnen gemeinsam im Fluss des Lebens zu schwimmen? Spürst du gar ihre Unterstützung (auch über den Tod hinaus) in dir?

 

Gibt es etwas in deiner Ahnenlinie, das einer Reinigung bedarf, oder solche Verstrickungen/ Blockaden/Kontaktabbrüche, dass etwas wieder ins Fließen gebracht werden darf? (Hiermit muss nicht die Aufnahme des Kontaktes gewünscht sein,  sondern ein eigenes inneres Fließen, das nach einem Bruch möglicherweise zum Stocken kam.)

 

Wünschst du dir, mit deiner Herkunftslinie verbundener zu sein und magst dies nun auch mehr in dein Leben einladen?

Im folgenden Ritual kannst du deine ureigenen Bedürfnisse ganz leicht mit hineingeben, indem du es sowohl von den Handlungen als auch innerlich/energetisch anders ausrichtest, während du es durchführst. Sieh es also gern als eine Inspiration, die sich mit deinen Lebensfunken mischen darf, um etwas für dich Stimmiges zu kreieren. Während du diesen Impulsen nachsinnst und deine Innenschau sich entfalten kann, binde gern deine Ahnen zusammen, indem du die QuerZweige auf die auf dem Kopf stehenden Y bindest und dadurch kleine (Zweig-)Menschen entstehen.

Ahnenritual

 

Wenn dir dabei schon in den Sinn kommt, wer welchen Ahnen repräsentieren soll, kannst du den Ahninnen schon „Leben einhauchen“, ihre Namen aussprechen oder sie ihnen auf deine Weise widmen. Denkbar ist auch ein kreativ-spielerischer Umgang damit: Wenn »Großmutter Monika« Rot geliebt hat, könntest du der Stellvertreterfigur z.B. ein kleines rotes Kleid aus einer Serviette basteln oder deinem »Opa Karl«, der ein Schäfer war, den Schäferstab noch mit in die Hand drücken und die Ahnen für dich dadurch kenntlicher machen. Drücke dich also gern frei aus und verwende dabei (abbaubare) Naturmaterialien, damit alles in der Natur verbleiben kann.

Das Ritual

Tauche nun erneut in eine innige Zusammenarbeit mit der Natur ein. Hierzu wähle bitte einen Ort in deiner Nähe mit fließendem Wasser (Flussufer, kleine Bäche in Feld und Wald, ggf. auch eine Stelle am Meer mit eher sanften Wellen).

Während du zu diesem Ort gehst, kläre in dir noch einmal die Intention für dein Ritual: 

 

Was wünschst du dir für dich und deine Ahnenlinie, für dich und deine Ahnenverbundenheit, für dich und deinen Stand im Leben?

Bereite an dem von dir gewählten Ort am Wasser auf deine Weise einen heiligen Raum. Erschaffe Atmosphäre durch das, was du bist und tust. Das kann zum Beispiel eine stille Meditation sein, um ganz an dem Ort anzukommen, ein frei entstehender Gesang oder ein Lieblingslied (ggf. in diesem Falle auch eines deiner Ahnen), das du dem Ort schenken möchtest, ein Gebet, trommeln oder rasseln, ein wenig Räucherwerk …

 

Ahnenritual


Lade deine Ahnen ein, nun hier bei dir zu sein und dich zu unterstützen und Zeugen deiner Handlungen zu werden. Es geschieht so viel, wenn die Worte (selbst leise) deine Kehle hörbar verlassen dürfen. Selbstverständlich kann dies frei aus dem Herzen herausfließen und wird dir voll und ganz entsprechen. Einige Menschen berichten uns immer wieder, dass ihnen besonders der Beginn schwerfällt. Solltest du dir zum Start einen Text wünschen, kannst du auch unseren mitnehmen und von dort ausgehend deine ganz persönlichen Worte im Anschluss hinzufügen.

»Meine Ahnen, nah und fern. Meine Verwandten in allen Zeiten. — Möge euer Leben in mir fortwirken, ohne mich zu bestimmen. — Mögen eure Wege nicht vergeblich gewesen sein und meinen eigenen freien Weg möglich machen. — Möge ich mich stets erinnern, dass das Leben aus ferner Vergangenheit an mich weitergereicht wurde und ihr als Krieger, Heilerinnen, Magier, Bäuerinnen, Jäger, Druiden, Seherinnen und Schamanen hinter mir steht.

Schenkt mir heute eure Kraft und eure Weisheit, so dass ich meinen Weg nicht allein gehen muss.

Schenkt mir Einsicht, Mut und Unterscheidungsfähigkeit, so dass ich auf eurem positiven Wirken aufbaue und euer negatives Wirken nicht wiederholen werde. Möge ich selbst für künftige Generationen ein würdiger Ahne sein.«

– Aus dem Buch „Ahnenreise“ von Jennie Appel und Dirk Grosser –

 

Beginne dann, deine kleinen Zweigmenschen einen nach dem anderen ganz bewusst auf deine als Boot fungierende Baumrinde zu stellen. Wenn du sie gekannt hast, lasse gern deine Erinnerungen, dein Lachen, deine Freude über gemeinsame Erlebnisse mit einfließen. Rituale werden von klarer Intention des Geistes und Tiefe des Herzens getragen und lassen dadurch einen gewissen Zauber entstehen, der in den Alltag hinüberreicht. Wann immer alle deine Ahnen auf dem Boot stehen (und hierbei lasse deine Intuition führen, wer wo steht und in welcher Anordnung es für dich stimmig ist), stelle das Zweigmenschlein, das für dich selbst steht, mit auf das Boot. Nimm dir gern einen Moment Zeit, um nachzuspüren, wie sich das anfühlt, inmitten der Stellvertreter-Ahnen zu stehen.

 

Ahnenritual

Wenn du magst, belebe nun alles mit der Natur: rote Blätter, ein wenig rötlicher Sand oder Ocker für die Lebenskraft, Blüten und Kerne oder Körner für die Fülle des Lebens und lege diese Gaben mit auf das Boot. Je nachdem, was dein persönliches Anliegen ist:

Blockaden lösen und in den Fluss des Lebens zurückfinden; gemeinsam mit den Ahnen in Verbundenheit durch das Leben reisen; sich wieder in der Ahnenlinie zugehörig fühlen … 

Was es auch sei: Sprich dann gern deinen Wunsch noch einmal laut aus, der sich aus deiner Einstimmung und Innenschau heraus ergeben hat, und lasse dann begleitet von Freude und all deinen guten Wünschen und Dankbarkeit für das Leben selbst dein Ahnenboot zu Wasser. Beobachte, wie es Fahrt aufnimmt oder leise dahintreibt und empfange so eine erste Botschaft der Natur. Mit diesem Ritual überlasse dich dem Fluss des Lebens und kultiviere Hingabe. Vertraue dem Prozess. Wann immer es für dich stimmig ist, verabschiede dich von diesem Ort und kehre nach Hause zurück.

 

Ahnenritual

Nachbereitung

Gerne halte zuhause deine Erlebnisse und Gefühle während des Rituals fest. Wann immer etwas erneut ins Stocken geraten sollte, kannst du dies wieder durchführen. Wann immer du dir mehr Zugehörigkeit und Verbundenheit wünschst, wiederhole das Ritual. Es muss nicht nur einmal geschehen und könnte sogar auch als ein schönes Ritual zum Ahnenfest Samhain um den 1.11. jährlich stattfinden. Es stärkt unsere Wurzeln, wenn wir uns regelmäßig (jährlich oder was immer dies für dich bedeuten würde) bewusst machen, aus welch ferner Zeit das Leben an uns weitergereicht wurde und dafür danken.

Natürlich kannst du auch am kommenden Tag zurückkehren und schauen, ob du dein Boot irgendwo am Ufer findest. 

 

Dieser Artikel und viele weitere zu diese Thema ist Teil des  Maas Magazins No. 22 DANKBARKEIT.

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Jennie Appel und Dirk Grosser geben einzeln und zusammen Kurse in ihrer Jurte oder an anderen Orten in ganz Deutschland und Irland.

Sowohl in ihren schamanischen Seminaren und Ausbildungsreihen als auch in den Meditationskursen und anderen Angeboten zu mythologischen, spirituellen und transformativen Themen finden sich immer wieder starke Bezüge zur Natur. Sie sind Autoren von mehr als einem Dutzend Büchern und ebenso vielen Musik- und Meditations-CDs. 

Fotos in diesem Beitrag: Patrizia Stabile

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