Wie Dankbarkeit dein ganzes Leben verändert

Friedrich Assländer teilt in diesem Artikel mit dir, wie du mit Dankbarkeit dein ganzes Leben veränderst, vom Opfer zum Gestalter wirst und dich von alten Strukturen der Dankbarkeit lösen kannst. 10 Thesen über die Dankbarkeit laden dich ein, dir dein eigenes Bild zu machen und konkrete Strategien helfen dir im Umgang mit deinen Gefühlen, damit du Platz für das Gefühl der Dankbarkeit schaffen kannst.

Sag artig "Danke"!

Ich lade dich ein, dich von alten Besetzungen dieses Begriffs zu lösen und dir stattdessen etwas Zeit für dieses Thema zu nehmen. Es lohnt sich. Ich lade dich ein, Dankbarkeit zu deinem grundlegenden Lebensprinzip zu machen und fest in deinem Bewusstsein zu verankern. Ich lade dich ein, Dankbarkeit zu einer ununterbrochenen Gewohnheit zu machen. Die nachfolgenden zehn Thesen sollen dich zum Weiterdenken anregen, auch provozieren. Du kannst sie reflektieren, kommentieren, für dich abändern oder eigene Ideen dazu aufschreiben. 

 

Ein Reisetipp:

Tank voll losfahren und

dank voll ankommen.

Ankommen in Dankbarkeit
Foto: canva.com

10 Thesen über die Dankbarkeit und das Danken

1.

Danken verwandelt alles in Freude und Gelassenheit.

2.

Danken erzeugt ein Bewusstsein von Bekommen, Nehmen und Annehmen.

3.

Danken erzeugt ein Gefühl von Beschenktwerden.

4.

Danken macht uns reich und macht uns unseren Reichtum bewusst.

5.

Im Danken werden wir zu Kindern, die spüren und wissen: Alles, was wir gerade bekommen, wurde von etwas Größerem geschaffen, 

6.

Danken für die Schwierigkeiten und für das Leidvolle öffnet uns für Lernen und Wachstum.

7.

Im Danken gehen wir zurück ins Paradies, aus dem wir nie vertrieben wurden.

8.

Im Danken erkennen wir das „Gewöhnliche“ und das „Selbstverständliche“ als besondere Geschenke.

9.

Im Danken erkennen wir das „Schwere“ als wichtige Bausteine für ein glückliches Leben.

10.

Danken transzendiert die Selbstbezogenheit von „Ich Arme*r“ oder „Ich bin großartig“ in die Hingabe und Einbindung in ein Größeres.

Undank oder der Weg ins Unglücklichsein

Eine Bekannte erzählte mir im vergangenen Herbst, dass sie ihre Wohnungsnachbarin weinend auf der Treppe angetroffen habe. Auf die Frage, was ist denn passiert, schluchzte die Frau: »Jetzt kann ich wegen Corona nicht wie jedes Jahr Herbsturlaub in Mallorca machen.«Es ist schon dramatisch, was uns das Leben im Laufe der Jahre so alles nimmt und vorenthält, eine lange Liste. Das sollten wir mal aufschreiben und dann ergänzen mit den Fehlern, die wir selbst schon gemacht haben, und den Ereignissen, wo wir versagt haben, oder enttäuscht wurden. Das ist ein totsicherer Weg zum Unglücklichsein. Wer seelisch richtig in den Keller will, dem kann ich diese Übung wärmstens empfehlen. Aber – kein Witz – das machen Menschen wirklich, vielleicht nicht schriftlich, aber genauso wirksam in ihren Denkmustern. Solche Menschen haben eine anatomische Besonderheit. Sie haben zusätzlich zum linken und rechten Schädellappen noch einen Jammerlappen. Ich meide solche Menschen. Wer sein Leben nur negativ interpretiert, ist für niemanden eine Bereicherung.

Vom Opfer zum Gestalter

Vom Opfer zum Gestalter

Der Schlüssel zum Glück ist der Blick auf das Schöne und Positive im Leben. In unserem Bewusstsein ist es der Schritt von Opfer zum Gestalter und dann zum „Danker(n)“. Dazu müssen wir immer wieder unsere Komfortzone verlassen. Ein Vergleich:

Opfer
  • Nicht handeln (wollen)
  • Keine Verantwortung
  • Fühlt sich moralisch „anständig“
  • Gibt anderen die Schuld
  • Vermeidet Risiken
  • Motto: „Wer nicht handelt macht auch keine Fehler“
  • Selbstmitleid

 

Kennzeichen: Jammern

Gewinn: Selbstbild „Der Gute“ (die Bösen ssind ja die anderen)

Der Preis: Unzufriedenheit und ein ungelebtes Leben

 

Gestalter
  • handeln, agieren
  • übernimmt Verantwortung
  • kann mit Kritik leben
  • macht Fehler und gibt sie zu
  • erlebt Misserfolge als Lernchance
  • akzeptiert Risiken
  • kann eigene Gefühle steuern

 

Kennzeichen: Setzt sich Ziele, hat Struktur und Disziplin

Gewinn: Zufriedenheit, Erfolge, Wachstum („Ich bin Meister meines Lebens!“)

Der Preis: Anstrengung, Risiken, Neider

 

Ich will, Ich kann, Ich mache – das
ist der Gestalter und der Macher.


Ich leide, Ich bin ausgeliefert – das ist das Opferdenken.


Ich danke für alles – das macht mich zum freien Gestalter meines Lebens.

Das Opferdenken führt in eine Selbsterniedrigung und verstärkt energetisch einen unheilsamen Bewusstseinsraum, in dem Ohnmachtsgefühle, Angst, Verzweiflung und Selbstzerstörung wuchern. Aber auch der Macher ist vielen Gefahren ausgesetzt, wie: zwanghaftes „Leisten müssen“, in eine Selbstüberhöhung zu gleiten, Ruhelosigkeit u.a. Ein Bewusstsein, „Ich bin der Bessere“, ist immer gleichzeitig die Abwertung der anderen. Bei erfolgreichen Menschen, Unternehmern, Führungskräften, in der amerikanischen Kultur – an vielen Stellen finden wir dieses oft hochnarzisstische Muster, manchmal in psychopathischer Ausprägung als „nur ICH“.

Als Opfer und als Macher bin ICH noch im ICH, ich bin in meiner Selbstbezogenheit gefangen. Auch als Macher/Gestalter bin ich noch Opfer meiner Denkmuster, meiner Zwänge und liebe das Bewerten: Das mag ich und das mag ich nicht. Beim Danken übersteige ICH mein ICH, indem ich das größere Ganze erkenne und annehme. Dadurch werde ich zum freien Gestalter meines Lebens. Im Danken heben wir alle Bewertungen auf. Alles ist willkommen. Wir müssen nur umschalten auf:

Sei dankbar für alles, was du bist
Foto: canva.com

„Ich danke für die Chance, anderen helfen zu können. Ich danke für die Fähigkeiten, die mir meine Gene, meine Erziehung, meine Förderer mitgegeben haben. Ich tue es einfach, weil ich es richtig und gut finde. Es ist mein Beitrag für das größere Ganze, entsprechend meiner Fähigkeiten. Und ich danke, dass ich diesen Beitrag leisten kann.“

6 Strategien im Umgang mit deinen Gefühlen

Oft blockieren uns negative Gefühle wie Wut oder Ärger so, dass wir nicht danken können. Dazu ein paar Tipps, wie wir das auflösen können: Wenn du dein Leben mit Lebensfreude, kraftvoll und lustvoll verbringen möchtest, dann gib kraftund freuderaubenden Gefühlen wie Ärger, Angst oder Selbstvorwürfen keinen oder nur wenig Raum in deinem Bewusstsein. Die nachfolgenden Strategien haben sich bei mir bewährt, sehr einfach und sehr effektiv:

1.

Wenn mich negative, unerwünschte Gedanken belästigen, schicke ich diese einfach weg. Ich sage deutlich und energisch »weg, weg, weg« und unterstütze das, wenn ich allein bin, mit Handbewegungen vor und hinter meinem Kopf. Bei Bedarf wiederhole ich das ein paar mal.

2.

Berechtigte Gefühle, wenn ich mich über etwas oder jemanden sehr ärgere, begrenze ich auf 2 oder 5 Minuten. Dann beende ich das auch mit einer klaren Ansage: Stopp, Schluss, Aufhören. Man kann dazu einen Timer am Rechner oder eine Küchenuhr nutzen. Bei Bedarf kann man diese Ansage auch öfter und immer wieder wiederholen.

3.

Eine sehr wirksame Übung ist das diagonale Klopfen aus der Traumatherapie: Aufrecht sitzen, den inneren Zustand fokussieren, die Hände vor der Brust kreuzen, so dass die linke Hand die rechte Schulter berührt, die rechte Hand die linke Schulter und dann abwechselnd links und rechts klopfen, etwa 3 bis 4 Schläge pro Sekunde. Nach einigen Minuten nachspüren, wie sich der innere Zustand verändert hat. Das kann man bei Bedarf mehrmals wiederholen.

4.

Körperliche Aktivitäten aller Art bringen uns zurück in ein inneres Gleichgewicht, z. B. flott spazieren gehen, am besten im Wald, oder einfach mal in der Wohnung hin und her laufen und dabei den Atem beobachten. In der Firma kann man ein paar Treppen rauf und runter gehen.

5.

Tägliches oder regelmäßiges Qi Gong, Tai Chi, Yoga oder Vergleichbares sind nicht nur ein Weg heraus aus blockierenden Gefühlen, sondern ein genereller, wunderbarer Jungbrunnen.

6.

Natur, Wiesen, Wald, Gewässer, Naturgeräusche wie Vogelzwitschern, schöne Farben und die Harmonie in der Natur mit tiefer Dankbarkeit genießen, dabei tief einatmen und lächeln.

Es gibt extreme Situationen wie massive Gewaltund Missbrauchserfahrungen, die es nicht leicht, vielleicht sogar unmöglich machen, einen Sinn darin zu finden, für den wir danken könnten. Viele KZ-Insassen sagten: »Ich kann nicht vergeben.« Es gibt aber auch andere Beispiele wie den Arzt Viktor Frankl, der aus seiner KZ Erfahrung heraus ein sehr erfolgreiches Therapiekonzept, die LogoTherapie, entwickelt hat. Im Wesentlichen geht es dabei darum, einen Sinn in allem zu finden, auch wenn es manchmal sehr schwer ist.

Der Königsweg zu einem glücklichen Leben ist der Weg der Dankbarkeit. Er lässt von vorneherein den negativen Impulsen in unserem Leben wenig Raum. Die Lebensmaxime, ständig danken, ist relativ leicht zu realisieren und von außergewöhnlichem Nutzen.  Man kann auch mit »Danke« meditieren, indem wir das Wort beim Meditieren ständig leise wiederholen. Auch tagsüber können wir immer wieder das Wort »Danke« im Geiste für ein oder zwei Minuten laufend wiederholen.

Im Lebensmodus ›Dankbarsein‹

wird langsam unser Ego klein.

Wir kommen ins Reich Gottes heim.

Dieser Artikel und viele weitere zu diese Thema ist Teil des  Maas Magazins No. 22 DANKBARKEIT.

Foto: Friedrich Assländer

Friedrich Assländer studierte Betriebswirtschaftslehre, Soziologie und
Psychologie und ist Vater von 4 Kindern. Nach 10 Jahren Managementtätigkeit in einem Finanzkonzern ist er seit 1984 selbstständiger Trainer
und Unternehmensberater. Er verbindet Spiritualität und Wirtschaft in
seinen Führungsseminaren und leitet Ausbildungen in Systemaufstellungen.
Er ist Mitbegründer und langjähriger Vorstand der Vereine ›Spirituelle
Wege‹ und ›spirit plus‹. Gemeinsam mit Pater Anselm Grün leitete er
die erfolgreiche Kursreihe ›Führen und geführt werden‹ und verfasste
mehrere Bücher.

 

 

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